Konstruktive Medienkritik
aus Wirtschaft und Politik

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Finanzplatz-Strategie

SO HAT DER FINANZPLATZ EINE CHANCE....

 

... UND DIE FREIHEITLICHE SCHWEIZ EINE EXISTENZBERECHTIGUNG 

 

 

  

Martin Janssen deckt strukturelle Schwächen (kostenloser Staatsschutz von Banken) des Schweizerischen Finanzplatzes auf, zeigt aber auch deren Stärken (z.B. das Bankgeheimnis). Die Folgerung ist klar: es gilt das Gute zu verteidigen und das Schlechte zu eliminieren. Leider mache die Schweizer Politik genau das Gegenteil. Dadurch sei nicht nur der Finanzplatz bedroht, sondern es werde die freiheitliche demokratische Ordnung unseres Staates  aufs Spiel gesetzt.  Janssen  plädiert deshalb für die Verteidigung des Bankgeheimnisses, den Verzicht auf eine Weissgeldstrategie sowie die Einführung echter Wettbewerbsbedingungen bei Banken.

 

Den Argumenten und vor allem den Folgerungen von Janssen sind zuzustimmen. Zwei Relativierungen sind aber anzubringen. Zum ersten sind Steuervermeidung und -umgehung (ob legal oder nicht legal) ein wichtiges Regulativ, ohne welche Freiheit und Wirtschaft gefährdet wären und historisch nicht hätten bestehen können. Die undifferenzierte Verurteilung der Steuervermeidung ist deshalb nicht haltbar. Zum zweiten bedeutet der automatische Informationsaustausch eine so starke Bedrohung für Wirtschaft und Freiheit, dass die Schweiz selbst dann nicht mitmachen sollte, wenn es die Mehrheit der übrigen Welt täte. (➜ Irrweg AIA)

 
Martin Janssen in Weltwoche vom 12.6.2013   Kritik Bruce, 24.6.2013